Promotionsprojekte

Bilder aus der hispano- und lusophonen Welt zur Illustration

Bilder: jamesdale10; Ana Cotta; Phil Whitehouse; Frederick Noronha (Creative Commons)

Kulturwissenschaftliches Nachwuchskolloquium


Das kulturwissenschaftliche Kolloquium ist eine gemeinsame Veranstaltung der Romanistik am FB06, d.h. der Arbeitsbereiche Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Sieber und Prof. Dr. Andreas Gipper werden in den Sitzungen des Kolloquiums kulturwissenschaftliche Texte und Ansätze im zweiwöchigen Rhythmus gelesen, besprochen und reflektiert. Die Gruppe nimmt sich thematische Schwerpunkte für jeweils ein Semester vor und bearbeitet gezielt Texte verschiedener AutorInnen und unterschiedlicher Diskurse. Das Kolloquium bereichert so die individuelle Forschungsarbeit und bildet eine Art Resonanzkörper für die eigenen Reflexionen.
In den letzten Jahren wurden u.a. Schlüsseltexte zur (Un-)Übersetzbarkeit, Postkolonialität, Postmoderne und Erinnerung gelesen. Im Rahmen des Kolloquiums findet auch die Präsentation laufender Forschungen der Mitglieder statt, sowie die Gestaltung von Ringvorlesungen, die Gelegenheit bieten, die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema zu intensivieren.

Im Sommersemester 2012 befasste sich die Gruppe mit dem Thema „Medialität“ und veranstaltete in diesem Zusammenhang die Ringvorlesung Speichern. Umschreiben. Übersetzen. Medialität aus kulturwissenschaftlicher und translatorischer Perspektive.

Am 14. Dezember 2017 veranstalten Frau Prof. Dr. Sieber und Herr Prof. Dr. Gipper gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Claudia Gronemann (Universität Mannheim) ein gemeinsames literatur- und kulturwissenschaftliches Doktorandenkolloquium der Romanistik für ihre Doktoranden.

 

Laufende Promotionsprojekte:

Daniel Bencomo


Die Online-Übersetzung von Poesie im Lateinamerika, ein Transkonzept? Die  Verwandlung einer Praxis in der digitalen Zeit (Arbeitstitel)

Trotz der immer geringer werdenden Zahl der veröffentlichten Übersetzungen von Poesie in gedruckter Form überall auf der Welt scheint die Translation von Lyrik und anderen poetischen Textsorten eine nicht nur lebhafte, sondern auch grenzüberschreitende Zirkulation im lateinamerikanischen digitalen Raum zu haben. Diese von sehr heterogenen Akteuren gesteuerte Praxis stellt viele verschiedene Kategorien der traditionellen Übersetzung von literarischen Texten infrage; sie und die mit ihr verbundenen Grenzphänomenen könnten aber auch von besonderer Relevanz für die Reflexion über das Internet, über die  allgemeine Praxis der Translation und über ihre Implikationen für die Aushandlung und den Transfer zwischen verschiedenen kulturellen Positionen und Gruppen sein. Zur Webseite von Daniel Bencomo

Liliana Bizama Muñoz


Informationen in Kürze

Zur Webseite von Liliana Bizama Muñoz

Anne Burgert


Translation als Emergenz. Postkoloniale Translationsstrategien zur Sichtbarmachung der Differenz im Konzept der Lusophonie (Arbeitstitel)

Der Begriff der Lusophonie suggeriert das Bild eines einheitlichen Sprachraums, der demnach auch kulturell durch die gemeinsame Verwendung des Portugiesischen als zusammenhängend zu denken sei. Jedoch bergen die unterschiedlichen Ansätze und Sichtweisen auf die Lusophonie ein häufig unartikuliertes Konfliktpotential, das in der Arbeit mit Strategien der Translation herausgearbeitet wird. Dabei wird Translation in einem postkolonialen und poststrukturalen Sinne als Emergenz verstanden: als Sichtbarmachung dessen, was unter der Oberfläche bereits vorhanden war und wirkte, und als Dringlichkeit, das Konfliktive zu artikulieren. Ziel meiner Arbeit ist es, die Lusophoniedebatte als einen Verhandlungsraum sehr unterschiedlicher und z.T. gegensätzlicher Vorstellungen im Rahmen eines kollektiven Identitätsdiskurses nachzuzeichnen. Zur Webseite von Anne Burgert

Vanessa Domingues Silva


Portugiesisch in der Welt: ein globales Lernen (Arbeitstitel)

Die interkulturelle Konfliktsituation ist u.a. in pädagogischen Berufen in EU-Ländern alltägliche Realität, und meine Untersuchung zielt darauf, sie im deutschen Kontext im Vergleich zu anderen Ländern wie USA, Paraguay und Japan zu betrachten. Zur Webseite von Vanessa Domingues Silva

Eleni Stagkouraki


"Grito de Mujer": Ein internationales Dichtungs- und Kunstfestival als Artikulationsraum von und für Frauen in Lateinamerika. (Arbeitstitel)

Das internationale Dichtungs- und Kunstfestival „Grito de Mujer“ („Woman Scream“) wurde 2011 zum ersten Mal von der Bewegung MPI (Mujeres Poetas Internacional) mit ihrem Sitz in der Dominikanischen Republik organisiert. Ziel der Bewegung und des Festivals ist außer der Förderung der Kreativität und des Selbstbewusstseins der daran teilnehmenden Frauen die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen auf internationales Niveau. Das Festival findet jährlich in circa 40 Ländern auf fast allen Kontinenten statt und MPI feierte sein erstes internationales Treffen in Madrid im März 2016. Zur Webseite von Eleni Stagkouraki

Timur Stein


Translationswissenschaft in Brasilien: Von der Infragestellung von Hierarchien zur Schaffung postkolonialer Strategien (Arbeitstitel)

Eines der wichtigsten Verdienste der brasilianischen Translationswissenschaft ist es, den Ausgangstext seiner mystifizierenden Grundlage - dem bedingungslosen Dienst am "Original" - zu berauben. Zu diesem Zweck rekurrieren bedeutende Vertreter der brasilianischen Translationswissenschaft nicht nur auf die Erkenntnisse des Poststrukturalismus, sondern machen sich auch die Ideen der Anthropophagiebewegung zunutze. Somit werden der Verzehr des ‚Anderen‘, das Einverleiben seiner Stärken und das wiederkäuende Schöpfertum Teil des Übersetzungsvorgangs. Dem Dissertationsvorhaben liegt der Wunsch zugrunde, ausgesuchten theoretischen und praktischen Arbeiten aus Brasilien zu mehr Präsenz zu verhelfen sowie ihre Bereicherung der allgemeinen Translationswissenschaft hervorzuheben. In einem weiteren Schritt soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern ein solches Verständnis des Übersetzungsvorgangs der Überwindung kolonialer Strukturen im Sinne postkolonialer Textstrategien dienlich sein kann. Zur Webseite von Timur Stein


Abgeschlossene Promotionsprojekte:

Judith Eiring


Kulturelle Übersetzungsprozesse zwischen indigenen Traditionen und der Moderne in Ecuador

Judith Antonia Eiring. Kulturelle Übersetzungsprozesse zwischen indigenen Traditionen und der Moderne in Ecuador, Peter Lang Verlag, Reihe FTSK Publikationen des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim (Band 70), Berlin u.a. 2018

Indigene Völker finden zurzeit als Gegenpol der globalisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts redliche Beachtung in der Forschung. Zumeist werden sie mit einer traditionellen Lebensweise in Verbindung gebracht, in gewisser Weise als Kontrast zur modernen Welt. „Indigen“ ist jedoch nicht zwangsläufig als Synonym zu „traditionell“ zu sehen. Ein Zusammenprall verschiedener Kulturen und Lebensweisen sowie deren gegenseitiger Austausch sind heute unumgänglich. Dabei kommt es zu kulturellen Übersetzungsprozessen, einer Adaptation und Interpretation des Fremden in das Eigene. Der Analyse dieser Entwicklungen am Fallbeispiel der ecuadorianischen Gesellschaft dient dieses Dissertationsprojekt. Zur Webseite von Judith Eiring

Diana Vesga


Code-Switching in multiperspektivischer Betrachtung. Eine Untersuchung am Beispiel der raizalischen Sprachgemeinschaft in Kolumbien

Diana Vesga. Code-Switching in multiperspektivischer Betrachtung. Eine Untersuchung am Beispiel der raizalischen Sprachgemeinschaft in Kolumbien, AVM – Akademische Verlagsgemeinschaft München, Reihe Innovation in Didaktik, Theorie und Praxis von Sprache und Translation (Band 2), München 2018

Wenn bilinguale Sprecher miteinander kommunizieren, verwenden sie nicht nur eine Sprache, sondern alternieren häufig zwischen den ihnen zur Verfügung stehenden Varietäten, um ihr gesamtes sprachliches Repertoire optimal auszunutzen. Dieses Phänomen bezeichnet man als Code-Switching und wird in dieser Studie am Beispiel der kolumbianischen Inseln San Andrés, Providencia und Santa Catalina empirisch untersucht. Die Sprachgemeinschaft, die auf diesen karibischen Inseln lebt, wird „comunidad raizal“ genannt und ist durch eine besondere Sprachsituation charakterisiert, bei der die Landessprache Spanisch in einem äußerst diffusen diglossischen Verhältnis zu der einheimischen Kreolsprache steht. Zur Webseite von Diana Vesga